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Interkulturelles Kino in Paderborn

Vielfältiges Kinoprogramm begeistert viele Zuschauer*innen

Im Rahmen der „Interkulturellen Woche“ haben B’Shayno Paderborn, der Assyrische Jugendverband Mitteleuropa Landesverband NRW und das Jugendrotkreuz Paderborn das „Interkulturelle Kino“ organisiert. Vom 23. bis 25. September konnten in der UCI Kinowelt Paderborn drei verschiedene Filme angeschaut werden, die einen neuen interkulturellen Blickwinkel auf aktuelle Themen geworfen haben.

Die Filme beschäftigen sich mit den Themen Flucht und Integration. Die Jugendlichen in Paderborn sollten so für das Thema Flucht sensibilisiert werden und einen Einblick bekommen, wie es sich in anderen Ländern lebt, was die Menschen auf der Flucht durchmachen und wie Initiativen versuchen den Geflüchteten zu helfen. Zudem werden in den Filmen auch die großen Themen Heimat und Einwanderung behandelt und auf eindringliche Weise gezeigt. Gleichzeitig sollten geflüchtete und assyrische Jugendliche den Raum für ihre Themen im Kino bekommen. Ziel war es, das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Den Anfang machte am Montag, den 23.09. der Film „Elpida –Die Hoffnung“. Elpida ist das griechische Wort für Hoffnung und diese ist für viele geflüchtete Menschen in Griechenland alles, was sie besitzen. Der Film begleitet zwei Familien, die durch die Flucht getrennt wurden. Im Fokus stehen Menschen, die in griechischen Camps gestrandet sind, und deren Familienmitglieder, die es über die damals offene Balkanroute bereits nach Deutschland geschafft haben. Die politische Lage ist undurchsichtig und Familienzusammenführungen sind erschwert. So leben sie für lange Zeit fernab voneinander. Der Film erzählt zudem vom Engagement einzelner Menschen in Griechenland: von den freiwilligen Helfern Khalid, Dimitra und Alina, die entgegen vieler Hindernisse den geflüchteten Familien helfen.

Der zweite Film, am Dienstag, den 24.09., beschäftigte sich mit dem Thema Seenotrettung und dem umgebauten Schiff Iuventa. Der Film „Iuventa  – Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit“ porträtiert eine Gruppe junger engagierter Menschen, die im Herbst 2015 die Initiative „Jugend rettet“ gegründet haben. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“. Im darauffolgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission und schließt sich den Schiffen verschiedener NGOs, der italienischen Küstenwache sowie der Marine an. Nach über einem Jahr Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert u.a. der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonist*innen, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieses mit der politischen Realität kollidiert.

Den Abschluss des interkulturellen Kinos machte der Film „Akitu“ am Mittwoch, den 25.09. Der Film handelt von Daniel, einem jungen Mann, der von der assyrischen Einwanderung abstammt, und der unfreiwillig die Einwanderung und insbesondere die Geschichte seiner eigenen Familie entdeckt. Die Versöhnung mit der Erinnerung und seine Gemeinde ermöglicht es Daniel, neue Perspektiven für sein Erwachsenenleben zu eröffnen.

Insgesamt haben sich mehr als 65 Personen die Filme angeschaut und waren sichtlich begeistert von dem vielfältigen Programm. „Ich war in meinem ganzen Leben noch nie im Kino, heute das erste Mal und dann geht es sogar um meine Kultur.“, erzählte eine Besucherin ergriffen. So gehörten an jedem Abend auch interessante Gespräche vor und nach den Filmen dazu und gaben Denkanstöße zu wichtigen und drängenden Themen. Am Ende gingen die Besucher*innen mit vielen neuen Eindrücken und Einblicken nach Hause und die Filme werden ganz bestimmt viele zum Nachdenken angeregt haben. Herzlichen Dank an die Organisatoren für dieses spannende Kinoprogramm!